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Fortbildungskongress 2026

FOKO 2026 Düsseldorf

Vom 5.–7. März 2026 war ich beim größten Fortbildungskongress für Frauenärztinnen und Frauenärzte in Düsseldorf. Hier finden Sie einige der Themen, die ich für Sie mitgebracht habe.

5.–7. März 2026 CCD Düsseldorf Berufsverband der Frauenärzte

Der FOKO ist der größte jährliche Fortbildungskongress für Frauenärztinnen und Frauenärzte in Deutschland. Hier erfahren wir, welche neuen Erkenntnisse es in der Frauenheilkunde gibt — von der Schwangerschaftsvorsorge über Hormontherapie bis zur Krebsfrüherkennung. Die wichtigsten Themen haben wir für Sie zusammengefasst.

Schwangerschaft & Vorsorge

In der Schwangerschaftsvorsorge gibt es einige wichtige Neuerungen, die Ihnen und Ihrem Kind zugutekommen:

  • RSV-Impfung in der Schwangerschaft: Das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus) kann bei Neugeborenen schwere Atemwegsinfektionen verursachen. Durch eine Impfung der Mutter zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche werden Antikörper an das Kind weitergegeben, die es in den ersten Lebensmonaten schützen.
  • Früherkennung von Präeklampsie: Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) ist eine ernste Komplikation mit Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Urin. Durch einen speziellen Bluttest bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel lässt sich das individuelle Risiko besser einschätzen — und bei erhöhtem Risiko frühzeitig vorbeugen.
  • Schwangerschaftsdiabetes: Etwa 5–10 % aller Schwangeren entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes. Durch einen Zuckerbelastungstest (oGTT) zwischen der 24. und 28. Woche wird er erkannt. Frühzeitige Ernährungsberatung und regelmäßige Blutzuckerkontrollen schützen Mutter und Kind vor Komplikationen.
  • Ultraschall-Diagnostik: Moderne Ultraschallverfahren wie die Doppler-Sonografie ermöglichen es, die Durchblutung der Plazenta und die Versorgung des Kindes genau zu beurteilen. So können Wachstumsstörungen frühzeitig erkannt werden.
  • Geburtsplanung: Die Entscheidung über den Geburtsweg — vaginale Geburt oder Kaiserschnitt — wird heute gemeinsam mit der Patientin getroffen. Dabei werden individuelle Faktoren wie Kindslage, Beckenanatomie und persönliche Wünsche berücksichtigt.

Für Sie relevant: Wir begleiten Ihre Schwangerschaft nach aktuellsten Standards – von der RSV-Impfberatung bis zur Nachsorge. Erfahren Sie mehr in unserer Geburtshilfe.

Das 4. Trimester

Die ersten 12 Wochen nach der Geburt werden zunehmend als „4. Trimester" anerkannt – eine Phase, die mindestens genauso viel Aufmerksamkeit verdient wie die Schwangerschaft selbst:

  • Mütterliche Gesundheit: Körperliche Erholung, Beckenboden-Rückbildung und hormonelle Umstellung brauchen Zeit und fachliche Begleitung.
  • Psychisches Wohlbefinden: Postpartale Stimmungsschwankungen bis hin zur Wochenbettdepression werden häufig unterschätzt – frühes Erkennen ist entscheidend.
  • Strukturierte Nachsorge: Neue Konzepte sehen engmaschigere Kontrolltermine nach der Geburt vor, um Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.

Für Sie relevant: Wir begleiten Sie auch nach der Geburt – mit Nachsorgeterminen und persönlicher Beratung für diese wichtige Phase.

Endometriose-Diagnostik

Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Sie betrifft etwa 10–15 % aller Frauen im gebärfähigen Alter. Das Problem: Zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose vergehen im Durchschnitt 7–10 Jahre. Neue Untersuchungsmethoden sollen das ändern:

  • Ultraschall statt OP: Bisher konnte Endometriose oft nur durch eine Bauchspiegelung sicher diagnostiziert werden. Neue, standardisierte Ultraschall-Protokolle ermöglichen es, Endometrioseherde an den Eierstöcken, im Bauchfell oder an der Blase gezielt zu erkennen — ohne operativen Eingriff.
  • Schnellere Diagnose: Durch systematische Untersuchungsabläufe und gezielte Nachfragen zu typischen Beschwerden (starke Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Schmerzen beim Stuhlgang) kann der Verdacht schneller erhärtet und die Behandlung früher eingeleitet werden.
  • Behandlung nach Bedarf: Die Therapie richtet sich nach den individuellen Beschwerden und dem Kinderwunsch. Möglichkeiten reichen von Schmerzmitteln über hormonelle Behandlung (die das Wachstum der Endometrioseherde bremst) bis zur operativen Entfernung bei schweren Verläufen.

Für Sie relevant: Bei chronischen Unterbauchschmerzen oder unerfülltem Kinderwunsch sollte Endometriose immer abgeklärt werden. Sprechen Sie uns an.

Hormongesundheit – Von PCOS bis Wechseljahre

Hormone steuern den weiblichen Zyklus, beeinflussen Haut, Haare, Stimmung und Gewicht. Zwei häufige hormonelle Themen betreffen viele Frauen:

PCOS – Polyzystisches Ovarialsyndrom

PCOS ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Typische Anzeichen sind unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen, Akne, verstärkte Körperbehaarung und Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

  • Ernährung und Bewegung als Basis: Bereits eine moderate Gewichtsabnahme von 5–10 % kann den Hormonhaushalt verbessern, den Zyklus regulieren und die Fruchtbarkeit steigern.
  • Hormontherapie: Je nach Lebenssituation kommen verschiedene Behandlungen in Frage — die Antibabypille zur Zyklusregulation und gegen Akne, oder bei Kinderwunsch Medikamente, die den Eisprung auslösen.
  • Stoffwechsel im Blick: Frauen mit PCOS haben ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Regelmäßige Blutzucker- und Blutfettkontrollen sind daher wichtig.

Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

Bei Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen kann eine Hormonersatztherapie (HRT) die Beschwerden wirksam lindern. Die Behandlung wird heute individuell angepasst:

  • Verschiedene Darreichungsformen: Hormone können als Pflaster, Gel, Tablette oder Vaginalcreme angewendet werden. Pflaster und Gel gelten als besonders verträglich, weil sie die Leber nicht belasten.
  • Richtig dosiert und zeitlich abgestimmt: Die Therapie wird in möglichst niedriger Dosierung begonnen und kann jederzeit angepasst oder beendet werden. Ein früher Beginn (innerhalb von 10 Jahren nach der letzten Regelblutung) gilt als besonders vorteilhaft.
  • Besserer Schlaf und mehr Lebensqualität: Neben Hitzewallungen können auch Schlafstörungen, Gelenkbeschwerden und Stimmungsschwankungen durch eine HRT gebessert werden.
  • Natürliche (bioidentische) Hormone: Bioidentische Hormone sind in ihrer chemischen Struktur identisch mit den körpereigenen Hormonen. Sie werden zunehmend eingesetzt — als Östradiol-Pflaster oder mikronisiertes Progesteron (Utrogest).

Für Sie relevant: Ob unregelmäßige Zyklen, PCOS, Hitzewallungen oder Schlafprobleme – wir beraten Sie individuell zur passenden Hormontherapie in jeder Lebensphase.

Mikroskopie in der Praxis

Wenn Sie mit Beschwerden wie Juckreiz, ungewöhnlichem Ausfluss oder Brennen in die Praxis kommen, können wir die Ursache häufig direkt vor Ort feststellen — mit einem Abstrich unter dem Mikroskop:

  • Sofortige Ergebnisse: Ein Abstrich aus der Scheide wird auf einen Objektträger aufgetragen und unter dem Mikroskop beurteilt. So lassen sich Pilzinfektionen, bakterielle Vaginose oder seltene Erreger wie Trichomonaden innerhalb weniger Minuten erkennen.
  • Gezielter behandeln: Durch die sofortige Diagnose kann die richtige Behandlung direkt eingeleitet werden — ohne auf ein Laborergebnis warten zu müssen. Das spart Zeit und verhindert unnötige Antibiotika-Gabe.

Für Sie relevant: Durch Mikroskopie in unserer Praxis können wir viele Befunde sofort beurteilen – ohne auf ein externes Labor warten zu müssen.

Kolposkopie & Dysplasie

Wenn der PAP-Abstrich (Zellabstrich vom Gebärmutterhals) auffällige Zellen zeigt, ist das zunächst kein Grund zur Panik — aber es muss abgeklärt werden. Dafür gibt es die Kolposkopie:

  • Was ist eine Kolposkopie? Bei dieser Untersuchung wird der Gebärmutterhals mit einem speziellen Mikroskop (Kolposkop) vergrößert betrachtet. Durch Auftragen einer Essigsäurelösung werden auffällige Bereiche sichtbar gemacht. Bei Verdacht kann eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden.
  • Nicht jede Auffälligkeit muss behandelt werden: Leichte Zellveränderungen bilden sich in vielen Fällen von selbst zurück — besonders bei jüngeren Frauen. In solchen Fällen reicht eine regelmäßige Kontrolluntersuchung aus. Erst bei höhergradigen Veränderungen wird eine Behandlung empfohlen.
  • Wenn behandelt werden muss: Die häufigste Maßnahme ist die Konisation — dabei wird ein kleiner Gewebekegel vom Gebärmutterhals entfernt. Der Eingriff ist in der Regel ambulant und unkompliziert.

Für Sie relevant: Unsere Dysplasiesprechstunde bietet Ihnen moderne Kolposkopie – für Sicherheit und Klarheit bei auffälligen Befunden.

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